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Neues aus Medizin und Gesundheit
15.09.2021 15:26

Psychoneuroimmunologie – Wie die Psyche auf das Immunsystem wirkt

Psychoneuroimmunologie – Wie die Psyche auf das Immunsystem wirkt

Die WHO warnt: Stress ist eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Unter anderem sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Burnout und chronische Schmerzen auf erhöhten und chronischen Stress zurückzuführen. Wie genau sich Stress auf das Immunsystem auswirkt und wie diese Erkenntnisse der Gesundheit zugutekommen, weiß Manuela Hos, Klinische Psychologin mit dem Schwerpunkt Psychoneuroimmunologie bei TRINICUM.

Psychoneuroimmunologie (PNI) – Was bedeutet das überhaupt?

Das Immunsystem tritt immer im dynamischen Trio mit Nervensystem und Psyche auf. Die gemeinsame Aufgabe: Auf den gesamten Organismus aufzupassen. Sobald Stress wahrgenommen wird, aktiviert das Gehirn unterschiedlichste Systeme und Abläufe im ganzen Körper. Und diese haben einen wichtigen Einfluss auf die Stärkung oder Schwächung des Immunsystems. Beispiele für psychische Stressoren sind Dauerstress am Arbeitsplatz, viele Aufgaben und wenig Zeit. Aber auch emotionaler Stress wie Konflikte, viel alleinige Verantwortung oder das Gefühl fehlender Wertschätzung können Körper und Psyche belasten. Eine besonders wichtige und spannende Erkenntnis der PNI: Das Immunsystem unterscheidet in seiner Reaktion nicht, ob zum Beispiel ein Grippevirus oder ein seelischer Stressor der Auslöser für die Aktivierung ist. In beiden Fällen entsteht eine Vielzahl an körperlichen Reaktionen, die dem Organismus sagen: Halt Stopp! 

Auf die Signale des Körpers ist Verlass.

Bei Hunger knurrt der Magen, bei Müdigkeit fallen die Augen zu – der Körper schickt also eindeutige Signale, wenn ihm etwas fehlt. Aber signalisiert der Körper auch, wenn er eine Arbeitspause braucht und die Konzentration nachlässt? Wenn man einen Satz oder eine E-Mail immer und immer wieder liest, ist das ein klares Zeichen, dass der Körper eine Pause braucht! Und diesem Bedürfnis sollte man nachgehen. Trotzdem greifen die meisten Menschen in dieser Situation zum Kaffee, vielleicht auch zur Zigarette, um den Körper irgendwie aufzuputschen – das Gegenteil von einer Pause, der Körper wird zusätzlich stimuliert. Gerade chronischer Stress kann dazu führen, dass die Rückmeldung des Körpers und somit auch die Bedürfnisse nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden. Dass der Körper sich brav meldet, wenn er etwas braucht, ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass er richtig funktioniert.  Eine Pause zu machen, wenn der Körper diese verlangt, kann schon einen großen Unterschied bewirken.  

Die Atmung als verlässlicher Anker.

Es gibt viele körperliche Anzeichen für erhöhten Stress: unter anderem steigt der Puls, Muskelanspannungen verstärken sich und die Schweißdrüsen werden aktiv. Diese Reaktionen des autonomen Nervensystems kann man nicht bewusst steuern oder stoppen. Trotzdem gibt es eine Möglichkeit, die körperliche Stressantwort zu beeinflussen: Die Atmung. Diese kann bewusst gesteuert und beeinflusst werden, weshalb Atemübungen akuten Stress reduzieren können. 

Ein Beispiel für eine Atemübung ist die ein Drittel / zwei Drittel Atmung: 
  • Eine Hand flach auf den Bauch, eine auf den Brustkorb legen (alternativ beide Hände auf den Bauch).
  • Tief durch die Nase einatmen und innerlich bis drei zählen, der Bauch hebt sich.
  • Durch den Mund ausatmen und innerlich bis fünf zählen. Der Bauch senkt sich. 

Mag. Manuela Hos vom TRINICUM bei Atemübungen

Wenn wir in diesem Tempo weiteratmen, kommen wir in der Minute auf sechs bis zwölf Atemzüge (Ein- und Ausatmen). Diese Atemfrequenz hat direkten Einfluss auf die oben genannten Parameter: Der Puls wird niedriger, die Muskeln entspannen sich. Diese Atemübung ist eine gesunde Alternative zur Kaffee- oder Zigarettenpause.

„Lachen ist die beste Medizin“

Tatsächlich ist es wahr, Lachen ist gesund, vermittelt dem Gehirn ein positives Gefühl und stärkt das Immunsystem. Daher unser Tipp: Entspannen, lachen und positive Stimmung zur Gewohnheit machen. Selbst wenn einem innerlich nicht zum Lachen zumute ist, können wir durch die Aktivierung unserer Lachmuskeln bzw. Gesichtsmuskeln ein Signal an unser Gehirn schicken, welches ein positives Empfinden bei uns auslöst. Sich nach einem stressigen für die erledigten Dinge belohnen ist besser, als über nicht erledigte Aufgaben zu grübeln. Und wenn es nur ein liebevolles sich-selbst-auf-die-Schulterklopfen oder ein freundliches Lächeln in den Spiegel ist. 

Diese kleinen Veränderungen klingen leichter, als sie tatsächlich sind. Mehr Entspannung, weniger Stress und erhöhte Selbstfürsorge dauerhaft in den Alltag zu integrieren kann eine echte Herausforderung darstellen. Deshalb begleiten wir unsere PatientInnen im TRINICUM auf diesem Weg und unterstützen sie dabei, unbeschwerter durch den Alltag zu gehen und ihr Immunsystem so zu stärken.

Interessante Fakten aus der Psychoneuroimmunologie:

  • Eine Studie der Carnegie Mellon University mit Schnupfenviren zeigte: Je gestresster die Probanden, umso eher entwickelten sie einen Schnupfen. 
  • Kurzfristiger Stress ermöglicht sogar, leistungsbereiter zu sein. Halten Stress und Belastungen jedoch zu lange an, erhöht sich die Anzahl an Stresshormonen dauerhaft und das Immunsystem wird geschwächt.

Studien zeigen, dass der Körper an unterschiedlichen Tagen anders mit ein und derselben Belastung umgeht. Schlafmangel, schlechte Laune und viel Stress sorgen dafür, dass das Immunsystem nicht mehr so gut mithalten kann.  

Klinische Psychologin Mag. Manuela Hos 

Mag. Manuela Hos von TRINICUMMag. Manuela Hos beschäftigt sich im TRINICUM vorwiegend mit den psychischen Komponenten von körperlichen Belastungen und chronischen Schmerzen sowie körperlichen Symptomen ohne anatomische Ursache. Hierfür spielt insbesondere der Zusammenhang der Psyche und des Körpers eine wichtige Rolle, weshalb Frau Hos im interdisziplinären TRINICUM-Team mit unterschiedlichen FachärztInnen zusammenarbeitet.

Psychologie & Psychotherapie
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Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter: +43 1 907 60 30

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